Bericht aus Ostfriesland

Emden (epd). Der evangelische Landessuperintendent Detlef Klahr hat eine "Willkommenskultur" gefordert, um ausländische Fachkräfte in ländliche Regionen zu holen und dort zu halten. Der Fachkräftemangel sei auch in der Kirche zu spüren, sagte der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland-Ems am Donnerstagabend in Emden bei einem Zukunftsforum der Kirche. Das zeige sich in evangelischen Schulen, Kindertagesstätten oder der Diakonie. Auch in Kirchengemeinden gebe es Pfarrstellen, die er derzeit nicht besetzen könne.

Der Auricher Landrat Harm-Uwe Weber berichtete über die Probleme, Mediziner in die Region zu locken. Landkreise, der Apothekerverband und eine Ärztevereinigung hätten im Juni unter dem Motto "Ostfriesendoc" bundesweit 500 Ärzte eingeladen, um ein Wochenende in Ostfriesland zu verbringen und sich über eine Niederlassung zu informieren. Nur ein einziger Mediziner habe reagiert.

Jan Wurps, Leiter der AutoVision GmbH in Emden, forderte bessere Arbeitsmöglichkeiten für junge Mütter. "Die meisten qualifizierten Frauen wollen nach der Erziehungszeit nur in Teilzeit arbeiten." In manchen Unternehmen störe dies jedoch die Abläufe. Um die Frauen wieder für eine Vollzeitstelle begeistern zu können, seien Betriebskindergärten mit Ganztagsbetreuung nötig.

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